Proteste in Großbritannien

Von Volker Elste

Zirka 30000 StudentInnen haben Anfang November in London gegen das Vorhaben der britischen Regierung demonstriert, die zulässige Jahresgebühr für staatliche Hochschulen auf umgerechnet rund 4800 Euro anzuheben. Dies entspräche einer Verdreifachung der momentan zu entrichtenden Leistungen. Die Regierung kündigte inzwischen Korrekturen an ihren Plänen an.

Für Dan Ashley, den Sprecher der nationalen StudentInnenvertretung, bedeutet die vorgesehene Maßnahme der Regierung eine weitere gesellschaftliche Ausdifferenzierung unter den StudentInnen. Diese könnten dann nur noch entscheiden, »welches Studium sie sich leisten können, nicht welches Studium sie wollen.«

Die Labour-Regierung unter Premierminister Toni Blair hat unter anderem aufgrund von innerparteilichem Widerstand erste Zugeständnisse gemacht. So soll Kindern aus Familien mit einem Jahreseinkommen unter 10000 Pfund die Gebühr erlassen werden. Zudem soll das bisherige System von Voraus- auf Rückzahlung umgestellt werden. Hierbei ist eine Mindesteinkommensgrenze von jährlich 15000 vorgesehen. Trotz dieses Entgegenkommens haben studentische VertreterInnen für Dezember eine weitere Großdemonstration angekündigt.