Das Vineta-Riff

Von Elke Hofmann

»Wie war das denn damals im Osten?« wird der Erzähler von seiner Freundin gefragt. »Auch nicht wirklich anders als bei euch«, antwortet er. Dann beginnt er aber doch, sich seiner Kindheit zu entsinnen. Diese Erinnerungen beschreibt Jörg Jacob in seinem Roman Das Vineta-Riff, der nun im Mitteldeutschen Verlag erschienen ist. In zwanzig Erzählungen berichtet er vom Spielen in russischen Panzern, vom Lenin-Denkmal am Rand des Schulwegs, von Parties in Plattenbauten, bei denen der rumänische Wein in Strömen floss, und von Nächten in der Sternenwarte. Authentisch, aber fern von Ostalgie, erzählt Jacobs Roman ein Stück Geschichte und lässt dabei den Vorgang des Erinnerns fassbar werden. Jacobs sympathische Ironie und sein hintergründiger Humor machen Das Vineta-Riff zu einem lesenswerten Buch.