Ouvertüre

Von Redaktion

Das neue Jahr hat begonnen und das Rauchverbot ist da. Nicht so in den Räumen des SprecherInnenrats (SpRat) der Uni, die unter anderem die weltbeste Studizeitungsredaktion beherbergen: Dort ist die letzte wahre RaucherInnenbastion zu finden. Abgehärtet von vielen Kämpfen um ihr Recht auf Nikotin am Arbeitsplatz lachen die SpRat-RaucherInnen der Landesregierung ins Gesicht. Wer hier sein Recht auf Rauch verteidigt hat, dem kann ein Regierungsbeschluss nichts anhaben.

Unvergessen im zähen Kampf um die Erhaltung der RaucherInnenrechte im SpRat ist das Kulidrama. Dabei mussten einige FachschafterInnen erfahren, zu welch gefährlicher Waffe ein Kuli in den Händen einer unberechenbaren Person werden kann. Provoziert durch ignoranten Nikotinkonsum griff eine SpRat-Besucherin zum Kugelschreiber und begann, schwungvoll "Raucher sind Mörder" an die Wand zu schreiben. Die Wand war zuvor in tagelanger Arbeit frisch gestrichen worden. Bevor das Werk vollendet war, griffen die RenoviererInnen ein und bewahrten die Wand vor Schlimmerem. Am Kulidrama lässt sich exemplarisch die Brisanz eines Rauchverbots erkennen: Nach diesem Vorfall nahm die Spaltung einer Hochschulgruppe ihren Anfang.

Etwa zur gleichen Zeit beschwerten sich einige Studierende bei Rektor Axel Freimuth über die RaucherInnenfront im SpRat. Auch dieser Angriff konnte abgewehrt werden. Weitere Attacken auf die Freiheit des Rauchens blieben danach aus. Möglicherweise, weil den ZigarettenfeindInnen aufgegangen war, dass sie sich so keine FreundInnen machten. Mit dieser Erkenntnis wären sie anderen NikotinhasserInnen zumindest einige Zeit voraus gewesen: Wie der Oberkommandierende der amerikanischen Streitkräfte im Irak, David Petraeus, vor kurzem berichtete, macht sich El-Kaida bei der irakischen Bevölkerung zunehmend unbeliebt, weil seine Mitglieder ein striktes Rauchverbot durchsetzen wollen. Kopfschüttelnd über eine so dumme Idee zündet sich erstmal eine Zigarette an

Die Redaktion