Artikel der Rubrik Freizeit

Vereinzelt sind wir stark

Dafür und dagegen XIII: Studiengebühren boykottieren - Ja oder Nein? Von Hanna-Lisa Hauge, Max Lebsanft und Laura Reina

dafür

Hessen hat es uns vorgemacht: Studiengebühren zu boykottieren funktioniert. Dort haben die Studierenden durch Demos und Boykotte Studiengebühren zum Wahlkampfthema gemacht. Und das mit Erfolg: sie zahlen – zumindest in dieser Legislaturperiode bis 2014 – keine Gebühren.


Aufn Absacker in die Südstadt?

Dafür und dagegen VIII: Neue U-Bahn durch Köln weiterbauen – ja oder nein? Von Nadine Gottmann und Katrin Gildemeister

dafür

Zugegeben, beim Bau der neuen Nord-Süd-Stadtbahn ging bisher eigentlich alles schief. Bereits vor dem Unglück an der Severinstraße lagen die Kosten mehr als fünfzig Prozent über dem zu Beginn kalkulierten Preis. Inzwischen ist mit einem Betrag von etwa einer Milliarde Euro zu rechnen. Offensichtlich hatten verschiedene StatikerInnen und GutachterInnen, unter anderem vom Aachener Hochschul-Institut für Geotechnik, bereits seit September vor den unsicheren Bodenverhältnissen gewarnt. Und nun, nach dem Unglück, will niemand die Verantwortung für den Einsturz des Historischen Archivs und der drei angrenzenden Häuser übernehmen.


Wenn dat Trömmelsche jeht...

Dafür und dagegen VI: Kölner Karneval mitfeiern – ja oder nein? Von Julia Groth und Nina Weinbrenner

dafür

Ende Februar werden viele Menschen Köln eilig verlassen. Dann nähert sich die Karnevalssaison ihrem Höhepunkt. Die Begründungen der Karnevalsmuffel für ihren Exodus ändern sich mit den Jahren kaum: Zu viele Betrunkene überall, deshalb auch zu viele AntatscherInnen, und überhaupt sei Karneval eine piefige Veranstaltung. Letzteres mag für den Sitzungskarneval mit Funkemariechen und Altmännerreden gelten – der Straßenkarneval aber wird jedes Jahr neu erfunden, nämlich von den Menschen, die ihn feiern.


Nicht immer still und heilig

Dafür und dagegen V: Weihnachten mit der Familie feiern – ja oder nein? Von Julia Groth und Lars Strojny

dafür

An Weihnachten ist die bürgerliche Gesellschaft darauf programmiert, Glück verspüren zu wollen: Konsum, Geschenke, gutes Essen, feine Spirituosen und Weine und ein paar ruhige Tage. Im Kreise der Familie verschwinden die Unterschiede hinter der gemeinsamen Anstrengung, ein paar Tage gut miteinander auszukommen – man sieht sich ja sonst nicht so oft.


Arsch huh, Zäng ussenander!

Dafür und dagegen IV: Sollte man auf Demonstrationen gehen? Von Julia Groth und Gregor Leyser

dafür

Bei einigen ZeitgenossInnen sind Demonstrationen seit den Protesten gegen den rechten »Anti-Islamisierungs-Kongress« in Köln etwas in Verruf geraten. Da wollten die KölnerInnen einfach nur schunkeln, singen und feiern und nebenbei gegen die versammelten europäischen Rechtsextremen protestieren – und auf einmal tauchten vermummte Horden auf und prügelten sich mit der Polizei. Da bleibt man vielleicht besser gleich zuhause, denken sich jetzt bestimmt einige, und schunkelt dort ein bisschen vor sich hin. Da bekommt man wenigstens nichts aufs Maul.


Wohltäter im Vorstandssessel

Dafür und dagegen III: Gehört soziales Engagement zu den Aufgaben von ManagerInnen? Von Gregor Leyser und Katrin Gildemeister

dafür

Mit einer Verfassung, wie Deutschland sie hat, sollte soziale Verantwortung von ManagerInnen eine Selbstverständlichkeit sein. Gegenüber den ArbeitnehmerInnen sowie der Gesellschaft. Schon in Artikel 14 des Grundgesetzes heißt es: »Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.« Dass ManagerInnengehälter heutzutage um die dreihundert Mal so hoch sind wie die der durchschnittlichen ArbeitnehmerInnen, lässt sich kaum leugnen. Dass sich die Spitzen von Unternehmen dennoch häufig weigern, von ihrem enormen Profit einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens beizusteuern, hängt wohl mit Lücken im System und purem Egoismus zusammen. Genügend Unternehmen nutzen Deutschland als Produktionsstätte und entziehen sich der Versteuerung durch Gewinnverlagerung ins Ausland. Dadurch bleibt es einmal mehr an den arbeitenden BürgerInnen hängen, das Gemeinwesen durch Besteuerung zu finanzieren. Dabei sind es doch gerade die ArbeitnehmerInnen, die ein Unternehmen am Leben erhalten. Indem ArbeiterInnen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, können sie das Engagement des Unternehmens fordern. Aber auch ManagerInnen müsste am Arbeitsklima gelegen sein.


Zehn kleine Jägermeister…

Dafür und dagegen II: Jugendschutz – ja oder nein? Von Lars Strojny und Maximilian Waclawczyk

dafür

Lukas W. war ein 16-Jähriger, der seine eigenen Erfahrungen gemacht hat. Er wurde an jenem schicksalhaften Abend im Februar dieses Jahres von niemandem bevormundet. Er selbst entschied, wie viel er wo trinken wollte. Wäre alles gut gegangen, dann wäre er mit einem schlimmmen Kater am nächsten Morgen aufgewacht, hätte sich vielleicht gesagt, dass er so etwas nicht wieder machen würde, aber viel wahrscheinlicher wäre er am nächsten Abend wieder losgezogen, um seine eigenen Erfahrungen zu machen. Es ist aber nicht gut gegangen. Lukas W. starb nach 45 Gläsern Tequila. Er starb trotz Jugendschutz. Ein paar Zeilen in einem Gesetzesbuch konnten nicht verhindern, was geschehen ist. Aber hätte es mehr Menschen gegeben, die Wert darauf legten, dass manch Jugendlicher vor seiner eigenen Überheblichkeit beschützt werden muss, dann wäre Lukas aller Wahrscheinlichkeit nach noch am Leben.


Drum prüfe, ob sich ewig bindet

Dafür und dagegen: Jung vor Standesamt und Traualtar – ja oder nein? Von Julia Groth und Lars Strojny

dafür

Ich kenne tausend und ein Argument, warum man nicht heiraten sollte. Erst recht nicht vor der Vollendung des vierzigsten Lebensjahres, mindestens aber, solange man noch in die Kategorie attraktiv fällt. Heute können wir reisen wohin wir wollen, ernähren uns von Falafel, Burgern, Pasta, Borschtsch, Fish ’n’ Chips und Sauerbraten, tragen Sneakers aus New York, Poloshirts aus Tokio, dazu Pariser Jeans (allesamt gefertigt in Indien, aber das ist ein anderes Thema), kurz, wir führen ein vorbildliches postmodernes Leben. Warum also käme jemand auf die debile Idee, sich entgegen der Freiheit, die man sonst genießt, in jungen Jahren zu binden, das Versprechen »bis dass der Tod uns scheidet« ernst zu meinen und gegen jede Vernunft und Scheidungsstatistik dem Partner zu versprechen, eben ein solcher zu bleiben?


Wettlauf im ewigen Eis

Bildergeschichten XXVII: Wie zwei Polarforscher als Erste den Südpol erreichen wollten, aber nur einer lebend zurück kam. Von Julia Groth

Gleich zwei Expeditionen kämpften sich Ende des Jahres 1911 durch Schnee und Eis, um den Südpol zu erreichen. Zwei Mannschaften, deren Anführern schnell klar wurde, dass es ein Wettrennen war. Nur einer von ihnen konnte der erste Mensch am Südpol werden. Und nur eine der beiden Mannschaften kehrte lebend aus dem ewigen Eis zurück.


Cowboy und Indianer

Bildergeschichten XXVI: Wie eine Wildwest-Legende die Geschichte der amerikanischen Pionierzeit erzählte und Rassismus schürte. Von Julia Groth

Mutige Cowboys, blitzende Colts, Indianer auf ungesattelten Mustangs – das ist das Bild vom Wilden Westen, wie es viele Bücher und Filme vermitteln. Bevor Western-Filme aufkamen, gab es Buffalo Bill’s Wild West Show. Der große Western-Zirkus tourte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts durch die USA, Kanada und Europa. Er präsentierte den ZuschauerInnen ein Bild der US-amerikanischen Pionierzeit, das ebenso bunt wie verzerrt war.


Die »Schwarze Venus« der Résistance

Bildergeschichten XXV: Wie eine Varieté-Künstlerin gegen Nationalsozialismus und Rassimus kämpfte. Von Gregor Leyser

Ihr Outfit ist legendär und wird fast automatisch mit ihrem Namen assoziiert. Das Bananenröckchen, das sie während ihrer Shows des Pariser Varietétheaters »Les Folies Bergère« trug, wurde zu ihrem Markenzeichen. Die dunkelhäutige Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Josephine Baker eroberte Mitte der Zwanzigerjahre mit ihren Auftritten die Herzen vor allem ihres europäischen Publikums. Doch ihren bis heute bestehenden Ruhm verdankt sie nicht nur ihrer Tätigkeit als Künstlerin, sondern auch ihrem Engagement im Kampf gegen Rassismus und ihrem Widerstand gegen die nationalsozialistischen Besatzer Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs.


Das Urzeitmonster aus dem Pazifik

Bildergeschichten XXIV: Wie ein verwesender Tierkadaver weltweit für Furore sorgte. Von Julia Groth

Im Frühjahr des Jahres 1977 machte das japanische Fischerboot Zuiyo-Maru vor der Küste Neuseelands einen Fang, der weltweit Aufsehen erregte. Als die Besatzung die Netze einholte, kamen nicht die erwarteten Makrelen an die Oberfläche, sondern ein riesiger, halbverwester Kadaver, zirka zehn Meter lang und über eine Tonne schwer. Keins der Besatzungsmitglieder konnte ihn identifizieren. Der augenscheinlich lange Hals, der kleine Kopf und die Flossen erinnerten aber an einen Dinosaurier, den so genannten Plesiosaurier. Ein solcher soll einigen Theorien zufolge auch im Loch Ness leben. War der Zuiyo-Maru etwa der Beweis dafür ins Netz gegangen, dass es in manchen Gewässern noch lebende Dinosaurier gibt?


Im Namen Gottes zum Affen gemacht

Bildergeschichten XXIII: Warum der Oberste Gerichtshof der USA die Evolutionstheorie erst verbot und dann wieder erlaubte. Von Beate Schulz

»Unser Ziel ist es zu verhindern, dass religiöse Eiferer und Ignoranten die Schulbildung in den Vereinigten Staaten kontrollieren.« Diesen Satz schleuderte Clarence Darrow vor 81 Jahren William Jennings Bryan ins Gesicht. Das Bild dieser beiden älteren Herren, die hier einträchtig beisammen sitzen, entstand in einer Verhandlungspause während einem der aufsehenerregendsten Prozesse in der Geschichte der USA, der als »Monkey Trial« bekannt wurde. Darrow fungierte als Verteidiger, Bryan als Ankläger des Lehrers John T. Scopes, dessen Verbrechen darin bestand, im Staat Tennessee die Evolutionstheorie unterrichtet zu haben.


Symbol des Widerstands

Bildergeschichten XXII: Warum das Foto eines sterbenden Schülers zum Sinnbild der Unterdrückung in Südafrika wurde. Von Beate Schulz

Der Todestag des Jungen auf dem Foto ist in seiner Heimat ein Nationalfeiertag, an dem die Jugend geehrt werden soll. Damit gedenkt Südafrika jedes Jahr am 16. Juni Hector Pietersons, der erst zwölf Jahre alt war, als ihn Polizisten der Apart-heidsregierung während der so genannten Soweto Riots 1976 erschossen. Die Aufnahme des Fotojournalisten Sam Nzima ist mittlerweile Sinnbild der Polizeibrutalität, mit der Südafrikas weiße Regierung die Demonstration der SchülerInnen niederschlug, die am 16. Juni 1976 im Johannesburger Vorort Soweto gegen das »Bantu Education System« protestierten.


Fliegerin, grüß mir die Sonne

Bildergeschichten XXI: Wie eine Frau alleine über den Atlantik flog und zur Ikone wurde. Von Beate Schulz

»Einige Aspekte des Fluges sind übertrieben dargestellt worden, fürchte ich… Ich habe bei der Landung keine Kuh getötet, es sei denn, eine wäre vor Angst gestorben.« Der Flug, den Amelia Earhart so lakonisch kommentierte, hatte allerdings nicht nur ein paar Kühe auf einer Wiese in Nordirland erschreckt, sondern auch Luftfahrtgeschichte geschrieben. Fünf Jahre nach Charles Lindbergh hatte sie im Mai 1932 als erste Frau im Alleinflug den Atlantik überquert.


Oh, wie schön ist Panama

Bildergeschichten XX: Die Geschichte eines Kanals, der immer wieder zum Politikum wurde. Von Julia Groth

Die S.S. Ancon war offiziell das erste Schiff, das den Panamakanal vom Atlantik in den Pazifik durchquerte (siehe Bild). Das war im Jahr 1914. Seitdem sind die Schiffe größer geworden. Die riesigen Containerschiffe, mit denen heute Güter transportiert werden, passen nicht mehr durch die fast hundert Jahre alte Wasserstraße. Die Regierung Panamas überlegt seit einigen Jahren, den Kanal auszubauen, denn die Einnahmen aus den Durchfahrten gehören zu den wichtigsten des Landes. Eine Volksabstimmung soll in der nächsten Zeit über diesen Plan entscheiden.


Dichtungsring tötet sieben Menschen

Bildergeschichten XIX: Wie ein kleiner technischer Fehler zur Explosion der Raumfähre Challenger führte. Von Beate Schulz

Mit bloßem Auge ist die Rauchwolke in 14 Kilometern Höhe kaum zu erkennen; mit einem Teleskop könnte man sie vielleicht für den Kondensstreifen eines Linienflugzeugs halten. Tatsächlich bedeutet sie den Tod der sieben Besatzungsmitglieder des Space Shuttle Challenger.


Der unbesungene Bloody Sunday

Bildergeschichten XVIII: Wie die IRA zwölf Agenten des britischen Geheimdienstes erschoss. Von Beate Schulz

Ein Mann bricht von mehreren Kugeln getroffen in seinem Hotelzimmer zusammen, ein anderer kniet betend im Park während drei Pistolenläufe auf seinen Kopf zielen – er wird das »Amen« nicht mehr sprechen. So wird in Neil Jordans Film Michael Collins der Tod einiger britischer Agenten dargestellt, die zweierlei gemeinsam haben: Sie alle standen als Angehörige der so genannten Cairo Gang auf der nebenstehenden »Abschussliste« der Irisch Republikanischen Armee (IRA) und wurden von dieser am 21. November 1920 – ein Sonntag – um Punkt 9 Uhr erschossen. Ein Schlag, von dem sich der britische Geheimdienst in Irland nicht mehr erholen sollte und der mitentscheidend für den Ausgang des Unabhängigkeitskrieges war.


Staublungen und Kronleuchter

Ob Universitätsbergwerk, Hightech-Tunnel, römische Fundamente oder Kammerkonzert in der Kanalisation: Touren durch das unterirdische Köln sind en vogue. Eine Museumstour wird zum Abenteuer. Von Christina Rietz

Loren, Förderbänder, Bohrer und Zahnräder stehen still. Keine Arbeiter mit schwarz verstaubten Gesichtern, in die nur der Schweiß Furchen gegraben hat, sind da, um die zahlreichen Maschinen zu bedienen. Es ist kein Klirren, Surren, Rattern oder Brummen zu vernehmen. Trotzdem ist der Boden noch gründlich gefegt, denn aufgewirbelter Kohlestaub könnte explosionsartig mit der Atemluft reagieren. Das vormalige Geschehen im Bergwerksstollen ist seltsam konserviert, und der Eindruck, jeden Moment könnte ein hustender Trupp Kumpel durch die Wettertüre für den Druckausgleich treten und »Schicht« rufen, ist übermächtig.


Jahrhundertdeutscher am Boden

Bildergeschichten XVII:Max Schmeling: Die längsten zwei Minuten im Leben des einzigen deutschen Schwergewichts-Weltmeisters. Von Patrick Hagen

Nur 124 Sekunden und der Kampf ist vorbei. Max Schmeling liegt nach dem dritten Niederschlag auf dem Ringboden; seine Ecke wirft das Handtuch. Die ungläubige Stimme des deutschen Radio-Kommentators ruft: »Max, Maxi, was ist los? Steh auf!« Doch der »Jahrhundertkampf« endet vor Ablauf der ersten Runde.


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