Verriss. Es roch förmlich danach bei der Pressevorführung von Roland Emmerichs Steinzeitdrama. Jeder hatte offenbar einen anderen Film erwartet. Das Problem von Emmerichs Film fängt schon mit der althergebrachten Story an: Der junge D’Leh (der blasse Steven Strait), ein Außenseiter in seinem Mammutjägerstamm, liebt die blauäugige Evolet (die blauäugige Camilla Bell). Ein paar berittene Krieger („vierbeinige Dämonen“) überfallen das Dorf und entführen Evolet. D’Leh und seine Gefährten machen sich auf den langen Weg um sie zu befreien. Dabei treffen sie auf viele andere Stämme, jede Menge Bewährungsproben in Form gefährlicher Urzeitviecher und schlussendlich auf eine Hochkultur, die es zu stürzen gilt, denn das ist D’Lehs Bestimmung. So weit, so viele Tausend Mal gesehen, gelesen und gehört.
Das Problem ist noch nicht mal, dass Emmerich dem ganzen nichts Neues oder auch nur Interessantes abgewinnen kann. Er war noch nie sonderlich originell. Aber auch seine größten Gegner (die meisten Kritiker) müssen ihm ein Talent für reines, sinnfreies und effektvolles Spektakel zugestehen. Doch auch auf diesem Level funktioniert der Film nicht. Die Actionszenen sind zu selten, zu kurz, und seltsamerweise nicht gut gemacht: die Mammutjagdszene wirkt wie eine Fersehfilmversion der Saurier-Stampede aus King Kong, der Urzeitstraußen-Angriff wie eine Parodie auf die Raptorenszenen in den Jurassic-Park-Filmen.
Anstatt die relative Vorsprachlichkeit als Herausforderung zu verstehen möglichst visuell zu erzählen, gibt es eine hanebüchene Off-Erzählung (im Original von Omar Sharif gesprochen) und noch hanebüchenere Dialoge über weißen Regen (Schnee), Vorherbestimmung und darüber, ob die bösen, gottgleichen Herrscher von den Sternen kommen oder von einer untergegangenen Insel. Dass die Liebesgeschichte einen nicht mitreißt und eine Prise Urzeit-Erotik vertragen könnte steht außer Frage. Und obwohl dieser Film keine für Emmerich übliche Überlänge hat, fühlt er sich an wie eine Wanderung durch die urzeitgemäße Wüste.
