Nach seiner Niederlage gegen George W. Bush ist es still geworden um Al Gore. Jetzt handeln ihn US-Medien wieder als Kandidaten auf die Präsidentschaft. Der Grund für die neue Popularität Gores ist der Dokumentarfilm Eine unbequeme Wahrheit über die Gefahren des Klimawandels. Der Film zeigt Al Gore, wie er mit einer Präsentation in Sachen Umweltschutz durch die USA tourt. In einer Multimedia-Darbietung klärt Gore sein Publikum mit einer Mischung aus Humor und wissenschaftlichen Argumenten auf.
Seine Mission: Die Zuschauer über die Gefahren der globalen Erwärmung informieren und aufrütteln, bevor es zu spät ist. Denn das wird nach Ansicht vieler WissenschaftlerInnen in zehn Jahren der Fall sein. Die zehn heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fanden in den letzten vierzehn Jahren statt. Die Folgen sind extreme Wetterveränderungen wie Fluten, Dürren und Hitzewellen, die das Klima des Planeten nachhaltig negativ verändern werden.
Regisseur Davis Guggenheim begnügt sich nicht damit, nur Gore und seine Präsentation abzufilmen, sondern geht auch auf die Biografie des ehemaligen Vizepräsidenten ein. Gore engagiert sich seit seiner Studienzeit für den Umweltschutz. Seine Show hat er weltweit bereits über tausend Mal präsentiert: in Schulhallen und Konferenzräumen von Hotels, in großen und kleinen Städten.
Umweltaktivistin Laurie David sagte, nachdem sie Gores Show besucht hatte: »Er müsste 365 Tage im Jahr auf Tour sein, um auch nur einen Bruchteil jener Menschen zu erreichen, die für eine Veränderung notwendig sind - und diese Zeit steht nicht mehr zur Verfügung.« So entstand dieser Film, der in den USA mit großem Erfolg läuft.
So viele Zuschauer wie nie zuvor bei einem Dokumentarfilm sahen ihn am Startwochenende. Nach den Zerstörungen, die der Hurrikan Katrina im vergangenen Jahr beispielsweise in New Orleans angerichtet hat, scheint die Öffentlichkeit sensibilisiert für die Gefahren des Klimawandels.
Eine unbequeme Wahrheit. USA 2006. Regie: Davis Guggenheim. Kinostart: 12. Oktober.
